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Mittwoch, 22. Januar 2014

Mund und Zahnpflege

Mund und Zahnpflege.

 
Bevor man beginnt die Mundpflege durchzuführen, sollte man die Mundhöhle inspizieren und sich ein Bild über den Zustand der Mundhöhle zu machen.
 
Das natürliche (physiologische)Aussehen der Mundschleimhaut ist feucht glänzend, rot und ohne Beläge. Die Zunge ist matt rosa, feucht, leicht angeraut, gut durchblutet und ohne Beläge. Anhand von Verfärbungen und Belägen kann man schon ableiten ob ein Krankheitsbild vorliegt oder nicht. Weiterhin gibt das Gebiss (evtl. Prothese) und der Zustand des Zahnfleisches Aufschluss über Erkrankungen. Auch Mundgeruch kann ein Indikator für Krankheiten sein. Oder auch für mangelnde Hygiene.

Am besten man nimmt eine Taschenlampe und einen angefeuchteten Spatel um die Mundhöhle zu inspizieren. Bei Kindern muss man da besonders behutsam vorgehen damit man diesen nicht ein psychisches Trauma fürs Leben mitgibt. (Arzt kommt mit dem Spatel und man beginnt zu würgen weil man das als Kind schon so erlebt hat)

Je nach Krankheitsbild sollte die Mundhöhle täglich im Rahmen der Körperpflege inspiziert werden, bei Bedarf auch mehrmals täglich. Wenn der Betreffende über Schmerzen in der Mundhöhle klagt beim Kauen oder Schlucken, sollte man natürlich auch mal schauen woran das liegen könnte. Da die Veränderungen im Krankheitsverlauf oftmals nur gering sind, sollte man auch etwas detaillierter Dokumentieren um dem Arzt ein besseres Mittel der Verlaufsdiagnose bieten zu können.

Zu Beachten hierbei ist es, das man nie unmittelbar nach dem Essen die Mundhöhle inspiziert. Zum einen weil dann der Würgereiz etwas stärker ausgeprägt ist, und zum anderen können Nahrungsreste das Beobachtungsergebnis verfälschen. Beispielsweise kann man nach dem Stillen beim Säugling nicht feststellen ob es sich um einen Pilzbefall (Mundsoor) handelt, oder um Reste der Muttermilch.

Was für Veränderungen können wir nun an der Mundschleimhaut erkennen?

Die Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) äußert sich durch brennende Schmerzen beim Kauen und Schlucken, sowie Trockenheitsgefühl und Mundgeruch. Optisch erkennbar wie die meisten Entzündungen, durch eine starke Rötung und Schwellung. Grund dafür sind Infektionen oder mangelnde Mundhygiene.

Aphten sind rundliche, flache Erosionen an der Zunge, dem Zahnfleisch, der Gaumen und Wangenschleimhaut. Durch bestimmte Nahrungsmittel (bei Unverträglichkeit) oder durch Verletzungen in der Mundhöhle (Zahnspange, Prothese), sowie bei Infektionen (Herpes-zoster-Viren) können diese offenen Stellen der Mundschleimhaut entstehen. Dadurch das auch hier das blanke Fleisch unter der Mundschleimhaut frei liegt schmerzen diese natürlich stark.

Einrisse an Mund und Nasenwinkeln durch Überdehnung der Haut nennt man Rhagaden. Die Haut ist verliert an diesen Stellen ihre Elastizität so das man da mit entsprechenden Salben nachhelfen muss. Oftmals sind diese Rhagaden ein Indikator für Eisenmangel im Blut.

Der vorhin bereits erwähnte Mundsoor (candidose) ist einer von mehreren Pilzen in unserem Körper. Im Normalfall sind diese Pilze auch ganz friedlich, da sie von den Bakterien im Körper in Schach gehalten werden, und umgekehrt natürlich. Also Pilze und Bakterien halten ein gesundes Gleichgewicht im Körper.
Wenn jetzt aber eine Krankheit im Körper mit Antibiotika behandelt wird, sterben natürlich auch die guten Bakterien mit ab. Im Krieg nennt man so was dann Kollateralschäden. Jedenfalls ist die Katze aus dem Haus tanzen die Mäuse auf dem Tisch, bzw in dem Fall die Pilze. Nimmt man zu viel zuckerhaltige Nahrung zu sich, bekommen die Pilze, die sich ja von Zucker ernähren, ein Überangebot an Nahrung und überrennen die Bakterien einfach.
Quasi dasselbe was passieren würde, wenn Deutschland am Wochenende angegriffen werden würde. Die paar Bakterien die dann noch da sind, haben keine Chance gegen die Übermacht der Pilze. Auch bei Patienten mit Abwehrschwäche beispielsweise HIV infizierte Patienten, oder während einer Nahrungskarenz besteht die Gefahr eines Pilzbefalls.
Erkennbar wird der Pilz an weißen schlecht abwischbaren Belägen, die entweder flächig oder in kleinen Stippchen auftreten.
Im Säuglingsalter geht dieser Pilzbefall auch häufig mit einer Infektion des Genitalbereich und des Afters einher.

Was bestimmt schon jeder mal gehabt hat, sind diese kleinen nässenden Bläschen auf der Lippe. Die Rede ist von Herpes labialis/ Herpes simplex.
Herpes heilt im Normalfall ohne Narbenbildung aus, aber kommt halt des Öfteren mal vorbei um nach dem Rechten zu schauen. (es rezidiviert). Mit Aciclovir ist dem Herpes beizukommen, so das man bei einer frühzeitigen Behandlung diesen Plagegeist relativ schnell wieder los ist. Im Übrigen ist es nicht nötig das teure Medikament aus der TV-Werbung zu kaufen. Ein einfaches Tübchen Aciclovir für ein Drittel des Preises tut es genauso. Der Wirkstoff ist derselbe.

Achtung! Was bei uns Erwachsenen einfach nur ein lästiges Jucken auslöst, ist für Säuglinge lebensgefährlich. Da kann Herpes schnell mal zu einer Sepsis führen die zum Tode führen kann. Daher bei Herpes, oder Verdacht auf Herpes auf Kontakt verzichten, oder zumindest einen Mundschutz tragen.

Auch an der Zunge werden Veränderungen sichtbar die auf eine Erkrankung der inneren Organe schließen lassen.


Wenn man lange durch den Mund atmet oder nur ungenügende Flüssigkeitszufuhr hat, trocknet die Zunge aus. Auch als Nebenwirkung von Psychopharmaka und bei akuten Bauch/ Speicheldrüsenerkrankungen bekommt man eine trockene Zunge.

Ein gräulich-weiser Belag des Zungenrückens entsteht bei ungenügender mechanischer Reinigung durch fehlendes Kauen. Weiterhin kann dies ein Indikator für Magen,-Leber,- Gallenerkrankungen sein.

Wie schon an der Mundschleimhaut wird auch an der Zunge ein Pilzbefall (Candidose), durch einen weißen, schlecht abwischbaren Belag sichtbar.

Bei einer kräftigen Rotfärbung der Zunge, handelt es sich meist um Indikation für Leberzirrhose, oder Scharlach. Bei Leberzirrhose wirkt die Zunge wie lackiert, was durch einen Vitamin-B-Mangel ausgelöst wird. Wenn die Zunge allerdings eher ein Himbeerartiges Oberflächenrelief hat, deutet dies auf Scharlach hin.

Nun wissen wir, auf was alles zu achten ist, bei der Inspektion der Mundhöhle. Kommen wir zur eigentlichen Mundpflege.

Das ist dann besonders interessant für alle die ihre Angehörigen Zuhause pflegen möchten.
Vor der eigentlichen Mundpflege, immer die Zähne putzen. Entweder man lässt den Betreffenden seine Zähne noch selber putzen (im Bett mit Nierenschale) oder man übernimmt es für denjenigen. Dabei ist zu beachten das eine weiche kurze Bürste genommen wird um die Verletzungsgefahr zu minimieren.
Wichtig! Dabei sind Einmalhandschuhe zu tragen für die Hygiene. Kleinste Verletzungen an den Fingern können zur Krankheitsübertragung in beide Richtungen führen.

Nach dem Zähneputzen wird der Mund ausgespült und mit der eigentlichen Mundpflege begonnen. Das beginnt mit der oben erwähnten Inspektion der Mundhöhle und endet mit einer sauberen Mundhöhle.
Um diese Sauberkeit zu erreichen nimmt man ein sogenanntes Mundpflegeset. Diese beinhaltet unter anderem eine Klemme, mehrere Tupfer und Mundspüllösung.

Den Kugeltupfer so in die Klemme einklemmen das die Metallspitze der Klemme vom Tupfer umschlossen ist. Den Tupfer mit Mundspüllösung anfeuchten und die Mundhöhle sorgfältig auswischen (Zähne, Wangeninnenfläche, Wangentaschen, oberer (harter) Gaumen und unter der Zunge). Der weiche (hintere) Gaumen wird zum Schluss ausgewischt da hier die Brechreizgefahr besteht.

Dabei immer von hinten nach vorne wischen um die Keime nicht in den Rachen zu schieben. Wenn die Keime erst dort sind, wirds mit der Mechanischen Reinigung verdammt schwierig und wenn man die Keime auch noch in der Luftröhre hat, kann es auch lebensbedrohlich werden. Deshalb auch immer nur pro Wischvorgang nur einen Tupfer nehmen und nicht mit einem Tupfer aus Kostengründen den ganzen Mund auswischen. Wenn die Keime auf mehrere Tupfer verteilt werden beim Wischen, ist die Gefahr der Keimverschleppung einfach geringer.

Wenn keine Gefahr des Verschluckens besteht (Aspirationsgefahr), ist es für den Betroffenen angenehm wenn er hinterher nochmal den Mund ausspülen kann.
Wem das jetzt alles ein bisschen viel erscheint den kann ich beruhigen. Solltet ihr jemanden daheim pflegen und seid erst neu mit dieser Situation konfrontiert, nehmen sich die Kollegen vom Mobilen Pflegedienst auch die Zeit euch das zu erklären und zu zeigen.

Samstag, 11. Januar 2014

Pflege am Boden

Des öfteren ist ja in den Sozialen Netzwerken von der Protestaktion Pflege am Boden zu lesen. Dabei wird dazu aufgerufen sich auf den Boden zu legen, um zu demonstrieren das die Pflegebranche nicht mehr dem entspricht was man unter ganzheitlicher Pflege versteht, sondern gerade noch Satt und Sauber Pflege entspricht.
Zu dieser Aktion habe ich jedoch meine eigene Meinung.
Diese Aktion finde ich einfach nur lächerlich, da sie das verdammt wichtige Thema zu einer peinlichen Theateraufführung werden lässt. Es wirkt einfach verdammt albern wenn sich Erwachsene Leute, wie kleine Kinder die ihren Willen  durchsetzen wollen, auf den Boden werfen und damit etwas darstellen was so nicht der Realität entspricht.

Wir liegen nicht platt auf dem Boden.
Wir reissen uns den Allerwertesten auf für unsere zu Pflegenden.
Wir arbeiten 12 Tage am Stück, bekommen 2 Tage Pause und hängen dann noch mal 5 Tage dran.
Wir schieben Überstunden noch und nöcher.
Wir sind von Reinigungskraft über Medizinische Versorger, bis hin zum Seelsorger, alles für die zu Pflegenden.
Wir bekommen die Last der zu Pflegenden aufgebürdet, sowie die Wünsche und Sorgen der Angehörigen und auch noch die Auflagen des Hauses und der Sozialkassen.
Wir bringen all das unter einen Hut, mit viel Herzblut und Idealismus für eine geradezu  lächerliche Entlohnung.

Das muss in die Köpfe der Menschen, und keine alberne Darstellung bei der sich die Pflegekräfte ihrer letzten beruflichen Würde selbst berauben, in dem sie sich vor anderen auf den Boden werfen um den Menschen mitzuteilen das sie ausgebrannt und fertig auf der Röhre sind. 
Der Bevölkerung muss knallhart mit Fakten klar gemacht werden das auch sie in naher, oder ferner  Zukunft einmal mit diesem Problem konfrontiert sind. Denn jeder wird mal Alt  und Krank. Keiner ist davor geschützt. Jeder wirklich jeder, wird früher oder später ein Opfer dieses Systems.
Wenn wir schaffen dies den Menschen bewusst zu machen, haben wir auch die Unterstützer auf unserer Seite.
Aber all das werden wir nie schaffen in dem wir eine alberne Darbietung machen, die erstens am Thema weit vorbei geht und zweitens bei den vorbeilaufenden passanten nur ein müdes Lächeln entlockt und den Gedanken wachruft "was sind das denn für Spinner".

Leute wenn ihr Ernst genommen werden wollt dann tut auch was dafür und klärt eure Mitmenschen mit Fakten auf.


Interessant für Leute die nicht in der Pflegebranche arbeiten sind eventuell diese Artikel zum Thema Pflegealltag.
http://handicaperfield.blogspot.de/2013/06/tage-wie-dieser.html
http://handicaperfield.blogspot.de/2012/09/berufsidentitat.html

Pflege am Boden

Des öfteren ist ja in den Sozialen Netzwerken von der Protestaktion Pflege am Boden zu lesen. Dabei wird dazu aufgerufen sich auf den Boden zu legen, um zu demonstrieren das die Pflegebranche nicht mehr dem entspricht was man unter ganzheitlicher Pflege versteht, sondern gerade noch Satt und Sauber Pflege entspricht.
Zu dieser Aktion habe ich jedoch meine eigene Meinung.
Diese Aktion finde ich einfach nur lächerlich, da sie das verdammt wichtige Thema zu einer peinlichen Theateraufführung werden lässt. Es wirkt einfach verdammt albern wenn sich Erwachsene Leute, wie kleine Kinder die ihren Willen  durchsetzen wollen, auf den Boden werfen und damit etwas darstellen was so nicht der Realität entspricht.

Wir liegen nicht platt auf dem Boden.
Wir reissen uns den Allerwertesten auf für unsere zu Pflegenden.
Wir arbeiten 12 Tage am Stück, bekommen 2 Tage Pause und hängen dann noch mal 5 Tage dran.
Wir schieben Überstunden noch und nöcher.
Wir sind von Reinigungskraft über Medizinische Versorger, bis hin zum Seelsorger, alles für die zu Pflegenden.
Wir bekommen die Last der zu Pflegenden aufgebürdet, sowie die Wünsche und Sorgen der Angehörigen und auch noch die Auflagen des Hauses und der Sozialkassen.
Wir bringen all das unter einen Hut, mit viel Herzblut und Idealismus für eine geradezu  lächerliche Entlohnung.

Das muss in die Köpfe der Menschen, und keine alberne Darstellung bei der sich die Pflegekräfte ihrer letzten beruflichen Würde selbst berauben, in dem sie sich vor anderen auf den Boden werfen um den Menschen mitzuteilen das sie ausgebrannt und fertig auf der Röhre sind. 
Der Bevölkerung muss knallhart mit Fakten klar gemacht werden das auch sie in naher, oder ferner  Zukunft einmal mit diesem Problem konfrontiert sind. Denn jeder wird mal Alt  und Krank. Keiner ist davor geschützt. Jeder wirklich jeder, wird früher oder später ein Opfer dieses Systems.
Wenn wir schaffen dies den Menschen bewusst zu machen, haben wir auch die Unterstützer auf unserer Seite.
Aber all das werden wir nie schaffen in dem wir eine alberne Darbietung machen, die erstens am Thema weit vorbei geht und zweitens bei den vorbeilaufenden passanten nur ein müdes Lächeln entlockt und den Gedanken wachruft "was sind das denn für Spinner".

Leute wenn ihr Ernst genommen werden wollt dann tut auch was dafür und klärt eure Mitmenschen mit Fakten auf.


Interessant für Leute die nicht in der Pflegebranche arbeiten sind eventuell diese Artikel zum Thema Pflegealltag.
http://handicaperfield.blogspot.de/2013/06/tage-wie-dieser.html
http://handicaperfield.blogspot.de/2012/09/berufsidentitat.html

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Zeitdruck in der Pflege


So schlimm, wie es hier auf diesem Bild dargestellt ist, ist es zum Glück noch nicht, aber in vielen Einrichtungen tendiert es immer mehr in diese Richtung. Dabei ist es nicht unbedingt nötig, so viel zu dokumentieren.

In vielen Einrichtungen gehen Pflegedienst- und Heimleitung mit ihrer Dokumentationswut “auf Nummer sicher”, um für den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) gerüstet zu sein. Dabei sollte der Augenmerk mehr auf die Pflege und das Wohlergehen der Bewohner gerichtet sein und weniger auf die Dokumentation, die immer mehr Zeit in Anspruch nimmt. Aber ganz wird sich die Dokumentation nicht abschaffen lassen. In der Pflegecharta “Arbeitshilfe“ ist gut beschrieben, wie sich der Aufwand mit einfachen Mitteln reduzieren lässt.

„Beispielsweise gehören Routinetätigkeiten, die täglich anfallen, bei der Plegedokumentation in den Bereich der Plegeplanung und müssen nur im Abweichungsfall erneut dokumentiert werden. Insgesamt betrachtet kann sich Mehrarbeit, die durch eine sorgfältige Plegeplanung innerhalb der Plegedokumentation entsteht, bei der täglichen Plegedokumentation durchaus auszahlen.“

Auch wenn man die Akten aus Datenschutzgründen nicht im Zimmer liegen lassen darf sollte man sie mit zur Grundversorgung mitnehmen.
Erstens ist dann das Gefühl der wenigen Zeit für den Bewohner etwas reduziert, weil man ja noch beim Bewohner ist wenn man dokumentiert.
Zweitens ist es dann auch noch besser im Gedächtnis was man gerade getan hat.
Drittens bekommt man bei den kleinen Nebenaufgaben im Zimmer des Bewohners noch mit wenn er noch eine Kleinigkeit hat, die er sonst per Klingel mitteilen würde.
Legt euch doch die Arbeit so, dass Ihr nach der Versorgung der Bewohner noch kurz im Zimmer etwas zu tun habt. Redet nebenbei mit dem Bewohner, er ist euch dankbar dafür und seine Zufriedenheit steigt. Ihr werdet staunen, wie so etwas Einfaches die Klingelrate senken kann.

Was die Dokumentation als solches angeht, müsst Ihr schon auf die PDL und Heimleitung zugehen und konstruktive Vorschläge bringen, wie zum Beispiel ein vereinfachtes Dokumentationssystem.
Wenn ihr wirklich etwas verändern wollt, dann macht es gemeinsam. Fordert gemeinsame Gespräche mit der Heimleitung und der PDL. Versucht gemeinsam Lösungen zu finden die auch für die Heimleitung und PDL tragbar sind. Dabei ist jeder Mitarbeiter gefragt, an sämtlichen Schnittstellen nicht nur das Pflegepersonal.
Aus eigener Erfahrung weiß ich wie sinnvoll es ist, sich einmal im Monat zusammen zu setzen und über die Arbeit zu reflektieren. Wichtig ist aber, das auch wirklich jeder sagt wo es klemmt oder wo es gut läuft. Wenn alle nur sagen dass alles schön ist, so wie es ist, kann es keine Veränderung bewirken. Die PDL und Heimleitung müssen von euch gesagt bekommen wo es hakt, wo nachgebessert werden muss. Dabei ist es aber auch wichtig konstruktive Vorschläge zu bringen und nicht nur zu meckern. Ihr steht an der Basis, ihr müsst sagen wie es besser wäre.


Ein weiteres großes Problem ist der Personalmangel, egal was euch die Heimleitungen erzählen von wegen Pflegeschlüssel ist überbesetzt und so weiter, lasst euch davon nicht täuschen. Durch den Wunsch nach ständiger Gewinnmaximierung wird immer mehr eingespart, für jede Vollzeitkraft die geht, kommt eine 400€ Kraft die ausgebeutet wird. Irgendwann bricht die dünne Personaldecke ein, weil jemand krank wird, oder es Urlaubssaison ist. Dann Klingeln wieder die Telefone ob man nicht doch früher aus dem Urlaub kommen kann, oder es werden einfach Überstunden in den Dienstplan geschrieben. Letzteres ist ohne Rücksprache mit euch sogar verboten.
Die Gewerkschaft Verdi hat dazu mal eine schöne Aktion gestartet.
„Mein Frei gehört mir“
Hier mal ein kleiner Auszug davon
„Frei von Pflichten
  • Sie müssen nicht im Frei erreichbar sein.
  • Sie müssen nicht in Ihrer Freizeit mit Vorgesetzten Dienstgespräche führen.
  • Sie müssen nicht in Ihrer Freizeit dienst- oder fahrtüchtig sein.

Frei zu handeln
  • Sie dürfen Dienste, die nicht im Dienstplan stehen, verweigern.
  • Sie dürfen sagen, dass es eine Dienstverpflichtung nicht gibt.
  • Sie dürfen den Hörer einfach auflegen.“
Näheres findet ihr hier


Weiterhin ist ein gutes Zeitmanagement für den Pflegealltag wichtig. Tragt mal euren Pflegealltag von früh bis spät über den Monat zusammen und schaut, wo sind die großen wiederkehrenden Zeitfresser. Versucht diese Aufgaben strategisch günstig zu legen, damit ihr euch genügend Zeit für nehmen könnt. Sortiert die Aufgaben auch nach Wichtigkeit bzw Dringlichkeit, denn nicht alles muss im Frühdienst oder unbedingt an dem Tag noch erledigt werden. Manche Aufgaben wie zum Beispiel Akten sortieren und abheften kann man auch gut in der Nachtschicht machen, das muss nicht unbedingt noch in den Tagesdienst verlegt werden.
Verschiedene Strategien für ein brauchbares Zeitmanagement in der Altenpflege findet ihr hier


Wo auch immer viel Zeit verloren geht, ist die Auslegung des Begriffes TEAM
TEAM bedeutet nicht Toll Ein Anderer Macht’s, es bedeutet sich gegenseitig zu unterstützen und den Rücken frei zu halten.

Es gibt leider immer wieder Kollegen gibt die sich um diverse Arbeiten drücken, daher sollten zum Dienstbeginn die Aufgaben fest verteilt werden und vor allem gleichmäßig verteilt werden. So hat jeder ein gleich großes Päckchen zu tragen. Dann muss der „faule Kollege“ selbst entscheiden ob er es sich erlauben kann, eine Raucherpause einzulegen und kann nicht seine Aufgaben auf andere Kollegen abwälzen.
Plant mindestens 35% Zeit als Reserve ein, denn irgendwas kommt immer dazwischen. Sollte aber selbst bei effizienter Arbeitsplanung trotzdem nicht genügend Zeit für die Bewohner und Nebenaufgaben zur Verfügung stehen, muss das Gespräch mit der PDL gesucht werden damit doch noch jemand eingestellt wird. Es ist eure Gesundheit, fordert euer Recht auf körperliche und geistige Gesundheit ein, damit ihr nicht an diesem schönen und lobenswerten Beruf zu Grunde geht. Euer Arbeitgeber fordert schließlich auch viel von euch.

Quellen:
http://www.kunstsam.de/altenpflege_karikatur.jpg
http://www.pflege-charta-arbeitshilfe.de/material/M4-INQA-Zeitmangement.pdf
http://mein-frei.verdi.de/
http://www.pqsg.de/seiten/openpqsg/hintergrund-zeitmanagement.htm

Zeitdruck in der Pflege


So schlimm, wie es hier auf diesem Bild dargestellt ist, ist es zum Glück noch nicht, aber in vielen Einrichtungen tendiert es immer mehr in diese Richtung. Dabei ist es nicht unbedingt nötig, so viel zu dokumentieren.

In vielen Einrichtungen gehen Pflegedienst- und Heimleitung mit ihrer Dokumentationswut “auf Nummer sicher”, um für den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) gerüstet zu sein. Dabei sollte der Augenmerk mehr auf die Pflege und das Wohlergehen der Bewohner gerichtet sein und weniger auf die Dokumentation, die immer mehr Zeit in Anspruch nimmt. Aber ganz wird sich die Dokumentation nicht abschaffen lassen. In der Pflegecharta “Arbeitshilfe“ ist gut beschrieben, wie sich der Aufwand mit einfachen Mitteln reduzieren lässt.

„Beispielsweise gehören Routinetätigkeiten, die täglich anfallen, bei der Plegedokumentation in den Bereich der Plegeplanung und müssen nur im Abweichungsfall erneut dokumentiert werden. Insgesamt betrachtet kann sich Mehrarbeit, die durch eine sorgfältige Plegeplanung innerhalb der Plegedokumentation entsteht, bei der täglichen Plegedokumentation durchaus auszahlen.“

Auch wenn man die Akten aus Datenschutzgründen nicht im Zimmer liegen lassen darf sollte man sie mit zur Grundversorgung mitnehmen.
Erstens ist dann das Gefühl der wenigen Zeit für den Bewohner etwas reduziert, weil man ja noch beim Bewohner ist wenn man dokumentiert.
Zweitens ist es dann auch noch besser im Gedächtnis was man gerade getan hat.
Drittens bekommt man bei den kleinen Nebenaufgaben im Zimmer des Bewohners noch mit wenn er noch eine Kleinigkeit hat, die er sonst per Klingel mitteilen würde.
Legt euch doch die Arbeit so, dass Ihr nach der Versorgung der Bewohner noch kurz im Zimmer etwas zu tun habt. Redet nebenbei mit dem Bewohner, er ist euch dankbar dafür und seine Zufriedenheit steigt. Ihr werdet staunen, wie so etwas Einfaches die Klingelrate senken kann.

Was die Dokumentation als solches angeht, müsst Ihr schon auf die PDL und Heimleitung zugehen und konstruktive Vorschläge bringen, wie zum Beispiel ein vereinfachtes Dokumentationssystem.
Wenn ihr wirklich etwas verändern wollt, dann macht es gemeinsam. Fordert gemeinsame Gespräche mit der Heimleitung und der PDL. Versucht gemeinsam Lösungen zu finden die auch für die Heimleitung und PDL tragbar sind. Dabei ist jeder Mitarbeiter gefragt, an sämtlichen Schnittstellen nicht nur das Pflegepersonal.
Aus eigener Erfahrung weiß ich wie sinnvoll es ist, sich einmal im Monat zusammen zu setzen und über die Arbeit zu reflektieren. Wichtig ist aber, das auch wirklich jeder sagt wo es klemmt oder wo es gut läuft. Wenn alle nur sagen dass alles schön ist, so wie es ist, kann es keine Veränderung bewirken. Die PDL und Heimleitung müssen von euch gesagt bekommen wo es hakt, wo nachgebessert werden muss. Dabei ist es aber auch wichtig konstruktive Vorschläge zu bringen und nicht nur zu meckern. Ihr steht an der Basis, ihr müsst sagen wie es besser wäre.


Ein weiteres großes Problem ist der Personalmangel, egal was euch die Heimleitungen erzählen von wegen Pflegeschlüssel ist überbesetzt und so weiter, lasst euch davon nicht täuschen. Durch den Wunsch nach ständiger Gewinnmaximierung wird immer mehr eingespart, für jede Vollzeitkraft die geht, kommt eine 400€ Kraft die ausgebeutet wird. Irgendwann bricht die dünne Personaldecke ein, weil jemand krank wird, oder es Urlaubssaison ist. Dann Klingeln wieder die Telefone ob man nicht doch früher aus dem Urlaub kommen kann, oder es werden einfach Überstunden in den Dienstplan geschrieben. Letzteres ist ohne Rücksprache mit euch sogar verboten.
Die Gewerkschaft Verdi hat dazu mal eine schöne Aktion gestartet.
„Mein Frei gehört mir“
Hier mal ein kleiner Auszug davon
„Frei von Pflichten
  • Sie müssen nicht im Frei erreichbar sein.
  • Sie müssen nicht in Ihrer Freizeit mit Vorgesetzten Dienstgespräche führen.
  • Sie müssen nicht in Ihrer Freizeit dienst- oder fahrtüchtig sein.

Frei zu handeln
  • Sie dürfen Dienste, die nicht im Dienstplan stehen, verweigern.
  • Sie dürfen sagen, dass es eine Dienstverpflichtung nicht gibt.
  • Sie dürfen den Hörer einfach auflegen.“
Näheres findet ihr hier


Weiterhin ist ein gutes Zeitmanagement für den Pflegealltag wichtig. Tragt mal euren Pflegealltag von früh bis spät über den Monat zusammen und schaut, wo sind die großen wiederkehrenden Zeitfresser. Versucht diese Aufgaben strategisch günstig zu legen, damit ihr euch genügend Zeit für nehmen könnt. Sortiert die Aufgaben auch nach Wichtigkeit bzw Dringlichkeit, denn nicht alles muss im Frühdienst oder unbedingt an dem Tag noch erledigt werden. Manche Aufgaben wie zum Beispiel Akten sortieren und abheften kann man auch gut in der Nachtschicht machen, das muss nicht unbedingt noch in den Tagesdienst verlegt werden.
Verschiedene Strategien für ein brauchbares Zeitmanagement in der Altenpflege findet ihr hier


Wo auch immer viel Zeit verloren geht, ist die Auslegung des Begriffes TEAM
TEAM bedeutet nicht Toll Ein Anderer Macht’s, es bedeutet sich gegenseitig zu unterstützen und den Rücken frei zu halten.

Es gibt leider immer wieder Kollegen gibt die sich um diverse Arbeiten drücken, daher sollten zum Dienstbeginn die Aufgaben fest verteilt werden und vor allem gleichmäßig verteilt werden. So hat jeder ein gleich großes Päckchen zu tragen. Dann muss der „faule Kollege“ selbst entscheiden ob er es sich erlauben kann, eine Raucherpause einzulegen und kann nicht seine Aufgaben auf andere Kollegen abwälzen.
Plant mindestens 35% Zeit als Reserve ein, denn irgendwas kommt immer dazwischen. Sollte aber selbst bei effizienter Arbeitsplanung trotzdem nicht genügend Zeit für die Bewohner und Nebenaufgaben zur Verfügung stehen, muss das Gespräch mit der PDL gesucht werden damit doch noch jemand eingestellt wird. Es ist eure Gesundheit, fordert euer Recht auf körperliche und geistige Gesundheit ein, damit ihr nicht an diesem schönen und lobenswerten Beruf zu Grunde geht. Euer Arbeitgeber fordert schließlich auch viel von euch.

Quellen:
http://www.kunstsam.de/altenpflege_karikatur.jpg
http://www.pflege-charta-arbeitshilfe.de/material/M4-INQA-Zeitmangement.pdf
http://mein-frei.verdi.de/
http://www.pqsg.de/seiten/openpqsg/hintergrund-zeitmanagement.htm

Montag, 24. September 2012

Berufsidentität


Die Martina Kausch hat folgendes bei Google+ gepostet.
Ich finde es ist sehr treffend formuliert.

Als der liebe Gott den Pfleger schuf, machte er bereits den sechsten Tag Überstunden. Da erschien ein Engel und sagte:
"Herr; Ihr bastelt aber lange an dieser Figur!"
Der liebe Gott antwortete: "Hast du die lange Liste spezieller Wünsche auf der Bestellung gesehen? Er soll als Mann und Frau lieferbar sein, wartungsfrei und leicht zu desinfizieren, aber nicht aus Plastik. Er soll Nerven wie Drahtseile haben und einen Rücken, auf dem sich alles abladen lässt. Dabei aber so zierlich sein, dass er sich in viel zu kleinen Dienstzimmern wohl fühlt. Er muss fünf Dinge zur gleichen Zeit tun können und soll dabei immer noch eine Hand frei haben."
Da schüttelte der Engel den Kopf und sagte: "Sechs Hände?? Das wird kaum gehen!"
"Die Hände machen mir keine Kopfschmerzen." sagte der liebe Gott. "Aber die drei Paar Augen, die schon das Standardmodell haben, soll: ein Paar, das durch alle Wände sehen kann, damit eine Nachtwache zwei Stationen betreuen kann, ein Augenpaar im Hinterkopf, damit er sehen kann, was man vor ihm verbergen will, was er aber unbedingt wissen muss, und natürlich das eine hier vorn, mit dem er einen Klienten ansehen kann und ihm bedeutet: " Ich verstehe Sie und bin für Sie da " ohne dass er ein Wort sprechen muss."
Der Engel zupfte ihm leicht am Ärmel uns sagte: "Geht schlafen, Herr, und macht morgen weiter."
"Ich kann nicht", sagte der liebe Gott. "Ich habe bereits geschafft, dass er fast nie krank wird und wenn, dann heilt er sich selbst. Er kann begreifen, dass zehn Doppelzimmer 40 Bewohner bedeuten können aber zehn Stellen nur fünf Pfleger sind. Er hat Freude an einem Beruf, der alles fordert und schlecht bezahlt wird. Er kann mit Wechselschichten leben und kommt mit wenigen freien Wochenenden aus."
Der Engel ging langsam um das Modell des Pflegers herum.
"Das Material ist zu weich." seufzte er.
"Aber dafür zäh!" entgegnete Gott. "Du glaubst gar nicht, was er alles aushält!"
"Kann er denken?" fragte der Engel.
"Nicht nur denken, sondern auch urteilen und Kompromisse schließen." Sagte der liebe Gott.
Schließlich beute sich der Engel vor und fuhr mit den Fingern über die Wange des Modells.
"Da ist ein Leck." sagte er. "Ich habe Euch ja gesagt, Ihr versucht zuviel in dieses Modell hineinzupacken."
"Das ist kein Leck!", entgegnete der liebe Gott. "Das ist eine Träne!"
"Wofür ist die?" fragte der Engel.
"Sie fließt bei Freude, Trauer, Schmerz und Verlassenheit", sagte der liebe Gott versonnen. "Die Träne ist das Überlaufventil."
(Verfasser unbekannt)


Berufsidentität


Die Martina Kausch hat folgendes bei Google+ gepostet.
Ich finde es ist sehr treffend formuliert.

Als der liebe Gott den Pfleger schuf, machte er bereits den sechsten Tag Überstunden. Da erschien ein Engel und sagte:
"Herr; Ihr bastelt aber lange an dieser Figur!"
Der liebe Gott antwortete: "Hast du die lange Liste spezieller Wünsche auf der Bestellung gesehen? Er soll als Mann und Frau lieferbar sein, wartungsfrei und leicht zu desinfizieren, aber nicht aus Plastik. Er soll Nerven wie Drahtseile haben und einen Rücken, auf dem sich alles abladen lässt. Dabei aber so zierlich sein, dass er sich in viel zu kleinen Dienstzimmern wohl fühlt. Er muss fünf Dinge zur gleichen Zeit tun können und soll dabei immer noch eine Hand frei haben."
Da schüttelte der Engel den Kopf und sagte: "Sechs Hände?? Das wird kaum gehen!"
"Die Hände machen mir keine Kopfschmerzen." sagte der liebe Gott. "Aber die drei Paar Augen, die schon das Standardmodell haben, soll: ein Paar, das durch alle Wände sehen kann, damit eine Nachtwache zwei Stationen betreuen kann, ein Augenpaar im Hinterkopf, damit er sehen kann, was man vor ihm verbergen will, was er aber unbedingt wissen muss, und natürlich das eine hier vorn, mit dem er einen Klienten ansehen kann und ihm bedeutet: " Ich verstehe Sie und bin für Sie da " ohne dass er ein Wort sprechen muss."
Der Engel zupfte ihm leicht am Ärmel uns sagte: "Geht schlafen, Herr, und macht morgen weiter."
"Ich kann nicht", sagte der liebe Gott. "Ich habe bereits geschafft, dass er fast nie krank wird und wenn, dann heilt er sich selbst. Er kann begreifen, dass zehn Doppelzimmer 40 Bewohner bedeuten können aber zehn Stellen nur fünf Pfleger sind. Er hat Freude an einem Beruf, der alles fordert und schlecht bezahlt wird. Er kann mit Wechselschichten leben und kommt mit wenigen freien Wochenenden aus."
Der Engel ging langsam um das Modell des Pflegers herum.
"Das Material ist zu weich." seufzte er.
"Aber dafür zäh!" entgegnete Gott. "Du glaubst gar nicht, was er alles aushält!"
"Kann er denken?" fragte der Engel.
"Nicht nur denken, sondern auch urteilen und Kompromisse schließen." Sagte der liebe Gott.
Schließlich beute sich der Engel vor und fuhr mit den Fingern über die Wange des Modells.
"Da ist ein Leck." sagte er. "Ich habe Euch ja gesagt, Ihr versucht zuviel in dieses Modell hineinzupacken."
"Das ist kein Leck!", entgegnete der liebe Gott. "Das ist eine Träne!"
"Wofür ist die?" fragte der Engel.
"Sie fließt bei Freude, Trauer, Schmerz und Verlassenheit", sagte der liebe Gott versonnen. "Die Träne ist das Überlaufventil."
(Verfasser unbekannt)


Montag, 27. August 2012

Pflegekraft oder Servicekraft?

Vor kurzem lies mich ein Erlebnis darüber nachdenken wie viele Serviceleistungen im Pflegeberuf stecken.

Eine Bewohnerin die eigentlich recht fit ist für ihr Alter, hat beschlossen sich ihr Abendessen aufs Zimmer bringen zu lassen, weil sie keine Lust hatte sich anzuziehen und in den Speisesaal zu gehen. Ich war so nett und habe ihre „Faulheit“ unterstützt und Ihr das Abendessen aufs Zimmer gebracht. Schließlich hat jeder mal so einen lustlosen Tag wo man sich zu nix aufraffen kann. Jedenfalls hat sie nach dem ich ihr das Essen gebracht hatte, noch 3-mal geklingelt um mir ihre Sonderwünsche mitzuteilen. (anderes Brot, anderer Belag, anderes Getränk) Ich wies sie freundlich darauf hin, das sie gerne vor in den Speisesaal ans Buffet gehen kann und sich dort nach ihren Wünschen bedienen kann, da es noch andere Bewohner gibt die mehr Pflege und Aufmerksamkeit benötigen. Sie wohnt schließlich in einem Pflegeheim und nicht in einem Hotel mit Zimmerservice. Daraufhin wurde ich als böser unfreundlicher Mensch bezeichnet, was ich mir überhaupt erlauben würde sie so zu behandeln, es wäre eine Frechheit. Sie bezahle so viel Geld für Ihren Aufenthalt, da erwarte sie auch einen entsprechenden Service.

Ich setze mich nun wirklich viel für die Bewohner ein, und mache auch oft mehr als eigentlich nötig ist für die Bewohner, auch wenn die Zeit knapp ist. Jedoch muss es auch Grenzen geben. Wir sind immer noch Pflegekräfte und kein reines Servicepersonal zur Unterstützung der "Faulheit" einiger weniger. Man muss dazu sagen das sich der Pflegestandart in den Letzten Jahren deutlich erhöht hat, weg von der reinen Funktionspflege hin zum Rundumservice für die Bewohner. Das finde ich auch gut so, denn wir arbeiten ja mit Menschen zusammen die bei uns Wohnen, und doch sollte der Schwerpunkt weiterhin auf der Pflege liegen. Die Zeit ist oft knapp aufgrund der schlechten Besetzung mit Personal. Da finde ich es als Pflegekraft sehr störend, wenn Bewohner klingeln, für Sachen die sie auch alleine tun könnten. 
Als Beispiele seien genannt: Gardine auf oder zu machen, das Radio / den Fernseher einschalten oder laut und leiser machen. Solche Kleinigkeiten halten auf und diese Zeit fehlt dann in der wirklichen Pflege.

Wie seht ihr das, gehört so ein „Hotel“ Service dazu, oder sollte man die Bewohner auch mal ein wenig „in den Hintern treten“ um ihre Eigenständigkeit zu fördern?

Pflegekraft oder Servicekraft?

Vor kurzem lies mich ein Erlebnis darüber nachdenken wie viele Serviceleistungen im Pflegeberuf stecken.

Eine Bewohnerin die eigentlich recht fit ist für ihr Alter, hat beschlossen sich ihr Abendessen aufs Zimmer bringen zu lassen, weil sie keine Lust hatte sich anzuziehen und in den Speisesaal zu gehen. Ich war so nett und habe ihre „Faulheit“ unterstützt und Ihr das Abendessen aufs Zimmer gebracht. Schließlich hat jeder mal so einen lustlosen Tag wo man sich zu nix aufraffen kann. Jedenfalls hat sie nach dem ich ihr das Essen gebracht hatte, noch 3-mal geklingelt um mir ihre Sonderwünsche mitzuteilen. (anderes Brot, anderer Belag, anderes Getränk) Ich wies sie freundlich darauf hin, das sie gerne vor in den Speisesaal ans Buffet gehen kann und sich dort nach ihren Wünschen bedienen kann, da es noch andere Bewohner gibt die mehr Pflege und Aufmerksamkeit benötigen. Sie wohnt schließlich in einem Pflegeheim und nicht in einem Hotel mit Zimmerservice. Daraufhin wurde ich als böser unfreundlicher Mensch bezeichnet, was ich mir überhaupt erlauben würde sie so zu behandeln, es wäre eine Frechheit. Sie bezahle so viel Geld für Ihren Aufenthalt, da erwarte sie auch einen entsprechenden Service.

Ich setze mich nun wirklich viel für die Bewohner ein, und mache auch oft mehr als eigentlich nötig ist für die Bewohner, auch wenn die Zeit knapp ist. Jedoch muss es auch Grenzen geben. Wir sind immer noch Pflegekräfte und kein reines Servicepersonal zur Unterstützung der "Faulheit" einiger weniger. Man muss dazu sagen das sich der Pflegestandart in den Letzten Jahren deutlich erhöht hat, weg von der reinen Funktionspflege hin zum Rundumservice für die Bewohner. Das finde ich auch gut so, denn wir arbeiten ja mit Menschen zusammen die bei uns Wohnen, und doch sollte der Schwerpunkt weiterhin auf der Pflege liegen. Die Zeit ist oft knapp aufgrund der schlechten Besetzung mit Personal. Da finde ich es als Pflegekraft sehr störend, wenn Bewohner klingeln, für Sachen die sie auch alleine tun könnten. 
Als Beispiele seien genannt: Gardine auf oder zu machen, das Radio / den Fernseher einschalten oder laut und leiser machen. Solche Kleinigkeiten halten auf und diese Zeit fehlt dann in der wirklichen Pflege.

Wie seht ihr das, gehört so ein „Hotel“ Service dazu, oder sollte man die Bewohner auch mal ein wenig „in den Hintern treten“ um ihre Eigenständigkeit zu fördern?