Sonntag, 9. Juni 2013
Tage wie dieser
Gestern war einer dieser Tage. 12 Minuten bevor der Zug Richtung Arbeit den Bahnhof verlässt, werde ich von meiner Frau geweckt mit der Frage, Schatz wann musst du denn los?
Also raus aus den Federn ab in die Klamotten, Tasche packen und los.
Puh Glück gehabt gerade noch so den Zug erreicht.
Der Backfactory am Bahnhof war natürlich gnadenlos überfüllt,
so das mir die Zeit beim Umsteigen nicht reichte mir dort was zum Frühstück zu holen.
An der Arbeit im Krankenhaus angekommen wusste ich dann wirklich, heute wird es heftig.
Wir waren zu zweit für 18 Patienten, davon sind 8 schwer pflegebedürftig gewesen
und ein paar Patienten aus der nahegelegenen Psychiatrieklinik waren auch mit an Bord.
Weil es so schön ist auch noch mit 3 Iso-Zimmern aufgrund übertragbarer Keime.
Also immer schön einpacken (Kittel Mundschutz Handschuhe) und wieder auspacken.
Also ran an den Speck und rein in die Party dachte ich mir.
Patienten waschen, Betten machen, Patienten lagern, Klingeln nebenbei abarbeiten.
Während meine Kollegin die Patienten „vermessen“, (Puls, Blutdruck, Temperatur) und Medikamente verteilt hat.
Ehe ich mich versah war auch schon das Frühstück von der Küche geliefert worden.
Zum Glück war ich gerade mit Waschen und Lagern fertig geworden, und konnte somit nahtlos die nächste Aufgabe beginnen.
Also Essen verteilen und Anreichen während meine Kollegin den Papierkram und Arztgespräche übernahm.
Zwischendurch bin ich immer wieder durch die Zimmer um zu sehen ob die selbständigeren Pflegepatienten auch wirklich zurechtkommen beim Essen.
Hier und da mit Helfen und dann schon wieder alles Abräumen.
Danach die Patienten wieder schick gemacht und gelagert, bei Bedarf die Schutzhosen gewechselt und die Betten von Krümeln befreit.
Jetzt erst mal eine kurze Pause, der Magen hing mir schon in den Kniekehlen.
Also ab in die Cafeteria und dort was nahrhaftes organisiert, das dann schnell reingeschaufelt und weiter ging es im Takt.
Mit meiner Kollegin durchgegangen die restlichen Pflegepatienten versorgt, dabei festgestellt das ein Katheter „para“ gelaufen ist. (Harn läuft nicht durch den Schlauch in den Katheterbeutel, sondern parallel durch die Harnröhre in die Schutzhose).
Also neuen legen war angesagt. Wir hatten ja sonst nix weiter zu tun.
Ist eine echte Freude bei Patienten mit Prostatavergrößerung. Wir haben es nicht hinbekommen und haben auf der Intensivstation angerufen ob mal einer hochkommen kann der das täglich macht und darin mehr Übung hat. Als Gegenleistung haben sie uns von der Intensivstation auch noch einen Patienten mitgebracht. Pünktlich zum Mittagessen.
Es ist echt toll gleichzeitig Essen zu verteilen, sich um den neuen Patienten kümmern Fragen der Angehörigen zu beantworten, Patienten zuzuhören und deren Wünsche versuchen zu erfüllen, Klingeln abzuarbeiten und geistig verwirrte Patienten wieder einzufangen.
Als ich es dann tatsächlich geschafft hatte das Essen alles zu verteilen und anzureichen war zum Glück der Stift vom 3. Lehrjahr schon da und hat mir dann beim Patienten versorgen geholfen.
Bei mir war echt die Luft draußen und ich wusste nicht mehr wo mir der Kopf steht.
Es waren noch viele andere Kleinigkeiten die den Tag gestern zu einem unvergleichlichen Erlebnis machten, die würden aber hier den Rahmen sprengen.
Ich hoffe euch damit mal einen kleinen Einblick gebracht zu haben wie es manche Tage bei uns auf Station zugehen kann.
Vielleicht hilft es dem einen oder anderen auch mal etwas Verständnis für unsere Situation zu entwickeln, wenn er das nächste mal im Krankenhaus liegt und es nicht ganz nach Plan läuft von der Pflege her.
An manchen Tagen kann man nur Schadensbegrenzung vornehmen, für mehr reichen die Kapazitäten manchmal nicht aus.
Leider
Tage wie dieser
Gestern war einer dieser Tage. 12 Minuten bevor der Zug Richtung Arbeit den Bahnhof verlässt, werde ich von meiner Frau geweckt mit der Frage, Schatz wann musst du denn los?
Also raus aus den Federn ab in die Klamotten, Tasche packen und los.
Puh Glück gehabt gerade noch so den Zug erreicht.
Der Backfactory am Bahnhof war natürlich gnadenlos überfüllt,
so das mir die Zeit beim Umsteigen nicht reichte mir dort was zum Frühstück zu holen.
An der Arbeit im Krankenhaus angekommen wusste ich dann wirklich, heute wird es heftig.
Wir waren zu zweit für 18 Patienten, davon sind 8 schwer pflegebedürftig gewesen
und ein paar Patienten aus der nahegelegenen Psychiatrieklinik waren auch mit an Bord.
Weil es so schön ist auch noch mit 3 Iso-Zimmern aufgrund übertragbarer Keime.
Also immer schön einpacken (Kittel Mundschutz Handschuhe) und wieder auspacken.
Also ran an den Speck und rein in die Party dachte ich mir.
Patienten waschen, Betten machen, Patienten lagern, Klingeln nebenbei abarbeiten.
Während meine Kollegin die Patienten „vermessen“, (Puls, Blutdruck, Temperatur) und Medikamente verteilt hat.
Ehe ich mich versah war auch schon das Frühstück von der Küche geliefert worden.
Zum Glück war ich gerade mit Waschen und Lagern fertig geworden, und konnte somit nahtlos die nächste Aufgabe beginnen.
Also Essen verteilen und Anreichen während meine Kollegin den Papierkram und Arztgespräche übernahm.
Zwischendurch bin ich immer wieder durch die Zimmer um zu sehen ob die selbständigeren Pflegepatienten auch wirklich zurechtkommen beim Essen.
Hier und da mit Helfen und dann schon wieder alles Abräumen.
Danach die Patienten wieder schick gemacht und gelagert, bei Bedarf die Schutzhosen gewechselt und die Betten von Krümeln befreit.
Jetzt erst mal eine kurze Pause, der Magen hing mir schon in den Kniekehlen.
Also ab in die Cafeteria und dort was nahrhaftes organisiert, das dann schnell reingeschaufelt und weiter ging es im Takt.
Mit meiner Kollegin durchgegangen die restlichen Pflegepatienten versorgt, dabei festgestellt das ein Katheter „para“ gelaufen ist. (Harn läuft nicht durch den Schlauch in den Katheterbeutel, sondern parallel durch die Harnröhre in die Schutzhose).
Also neuen legen war angesagt. Wir hatten ja sonst nix weiter zu tun.
Ist eine echte Freude bei Patienten mit Prostatavergrößerung. Wir haben es nicht hinbekommen und haben auf der Intensivstation angerufen ob mal einer hochkommen kann der das täglich macht und darin mehr Übung hat. Als Gegenleistung haben sie uns von der Intensivstation auch noch einen Patienten mitgebracht. Pünktlich zum Mittagessen.
Es ist echt toll gleichzeitig Essen zu verteilen, sich um den neuen Patienten kümmern Fragen der Angehörigen zu beantworten, Patienten zuzuhören und deren Wünsche versuchen zu erfüllen, Klingeln abzuarbeiten und geistig verwirrte Patienten wieder einzufangen.
Als ich es dann tatsächlich geschafft hatte das Essen alles zu verteilen und anzureichen war zum Glück der Stift vom 3. Lehrjahr schon da und hat mir dann beim Patienten versorgen geholfen.
Bei mir war echt die Luft draußen und ich wusste nicht mehr wo mir der Kopf steht.
Es waren noch viele andere Kleinigkeiten die den Tag gestern zu einem unvergleichlichen Erlebnis machten, die würden aber hier den Rahmen sprengen.
Ich hoffe euch damit mal einen kleinen Einblick gebracht zu haben wie es manche Tage bei uns auf Station zugehen kann.
Vielleicht hilft es dem einen oder anderen auch mal etwas Verständnis für unsere Situation zu entwickeln, wenn er das nächste mal im Krankenhaus liegt und es nicht ganz nach Plan läuft von der Pflege her.
An manchen Tagen kann man nur Schadensbegrenzung vornehmen, für mehr reichen die Kapazitäten manchmal nicht aus.
Leider
Samstag, 16. März 2013
Vor Jahren sind die großen Schlafsäle abgeschafft worden und es wurden einzelne zimmer für Maximal 3 Betten konzipiert.
Inzwischen werden immer mehr Krankenhäuser geschlossen und die Patienten werden in den verbliebenen Häusern als 4. in ein Dreibett-zimmer geschoben, oder auf den Flur, weil keim Platz mehr da ist.
Zusätzlich wissen wir als Personal nicht mehr wo wir zuerst anpacken sollen. Immer mehr Kollegen werden Krank und landen im BurnOut.
Eine Spirale ohne Ende. Alles nur damit sich das Krankenhaus Finanziell trägt.
Leid und Elend nur für ein perfides Zahlenspiel...
Vor Jahren sind die großen Schlafsäle abgeschafft worden und es wurden einzelne zimmer für Maximal 3 Betten konzipiert.
Inzwischen werden immer mehr Krankenhäuser geschlossen und die Patienten werden in den verbliebenen Häusern als 4. in ein Dreibett-zimmer geschoben, oder auf den Flur, weil keim Platz mehr da ist.
Zusätzlich wissen wir als Personal nicht mehr wo wir zuerst anpacken sollen. Immer mehr Kollegen werden Krank und landen im BurnOut.
Eine Spirale ohne Ende. Alles nur damit sich das Krankenhaus Finanziell trägt.
Leid und Elend nur für ein perfides Zahlenspiel...
Donnerstag, 24. Januar 2013
Schnee räumen
Und der liegt jetzt vor den Wegen für die ihr eine Räum und Streu- Pflicht habt.
Wenn ihr schon nicht frühs um 6 Uhr geräumt habt dann doch bite wenigstens zu den Zeiten wo der Gemeine Senior unterwegs ist. So ab um 8 Uhr etwa.
Stellt euch doch einfach mal vor ihr seid alt, gebrechlich, und müsst mit dem Rollator durch den Schnee. Das Laufen ist ohne Rollator schon für junge und fitte Menschen anstrengend genug, wie muss es dann erst für Oma und Opa sein. Auch Rollstuhlfahrer und Muttis mit Kinderwagen dürften ihre helle Freude daran haben wenn sie nicht im Schnee versinken.
Wer jetzt denkt, dann sollen die halt daheim bleiben, den mögen der Blitz beim... treffen.
Jeder hat ein recht darauf an der Gesellschaft teil zu nehmen, unabhängig von der Wetterlage.
Inklusion geht jeden etwas an, auch euch. Denkt einfach mal drüber nach wie ihr euch fühlen würdet in der Situation.
Schnee räumen
Und der liegt jetzt vor den Wegen für die ihr eine Räum und Streu- Pflicht habt.
Wenn ihr schon nicht frühs um 6 Uhr geräumt habt dann doch bite wenigstens zu den Zeiten wo der Gemeine Senior unterwegs ist. So ab um 8 Uhr etwa.
Stellt euch doch einfach mal vor ihr seid alt, gebrechlich, und müsst mit dem Rollator durch den Schnee. Das Laufen ist ohne Rollator schon für junge und fitte Menschen anstrengend genug, wie muss es dann erst für Oma und Opa sein. Auch Rollstuhlfahrer und Muttis mit Kinderwagen dürften ihre helle Freude daran haben wenn sie nicht im Schnee versinken.
Wer jetzt denkt, dann sollen die halt daheim bleiben, den mögen der Blitz beim... treffen.
Jeder hat ein recht darauf an der Gesellschaft teil zu nehmen, unabhängig von der Wetterlage.
Inklusion geht jeden etwas an, auch euch. Denkt einfach mal drüber nach wie ihr euch fühlen würdet in der Situation.
Samstag, 5. Januar 2013
Von Weicheiern und anderen Jammerlappen
Da ich in letzter Zeit vermehrt in Krankenhäusern unterwegs bin, ist mir eine Sache sehr aufgefallen. Die jüngeren Patienten sind oftmals verdammt große Waschlappen. Sie jammern schon bei geringsten Schmerzen und wollen am liebsten eine leichte Prellung mit Morphinen behandelt haben.
Wobei gerade die großen harten Kerle die schlimmsten sind.
Stichwort „Tödlicher Männerschnupfen“
Einen jungen Mann lagern nach einer OP? Ganz großes Kino.
Soviel Gejammer über die Schmerzen die das macht, hört man bei den Omas und Opas nicht. Die Atmen kurz tief ein, sagen kurz Aua und die Sache ist vom Tisch.
Natürlich gibt es da auch Ausnahmen in beiden Lagern, was aber eher die Seltenheit ist.
Und trotzdem muss ich den älteren Frauen ein Lob aussprechen, denn diese beklagen sich wirklich am wenigsten. Wahrscheinlich auch weil sie schon genug leidgeprüft wurden in ihrem Leben. (Kinder und Ehemann ;-))
Ich arbeite ja erst 3 Jahre in der Pflegebranche, aber ist das ein allgemeines Problem das die jüngeren Patienten mehr jammern?
Oder ist das ein Problem der Neuzeit wo viele Kinder nur noch zu verzogenen Rotzlöffeln heranwachsen?